„Und Gott redete alle diese Worte und sprach: Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhaus, herausgeführt habe. Du sollst keine andern Götter haben neben mir. Du sollst dir kein Götterbild machen, auch keinerlei Abbild dessen, was oben im Himmel oder was unten auf der Erde oder was im Wasser unter der Erde ist.“ 2. Mose 20:1-4 ELB

Die Frage, warum Gott kein Abbild von sich haben will, haben wir schon in einem anderen Text behandelt. Hier wollen wir sie aber noch einmal von einem etwas anderen Blickwinkel aus betrachten und einen weiteren Aspekt hinzufügen.

Zunächst einmal wollen wir uns fragen: Was ist eigentlich der hauptsächliche Sinn eines Abbilds? Logischerweise um das abzubilden, wovon es ein Abbild ist, also um die Natur dieses Objekts oder dieser Person widerzuspiegeln. Wenn wir uns nun die unzähligen Götterabbilder der verschiedenen Religionen anschauen, fällt eins auf: Alle sind tot. Sie bestehen entweder aus Holz, Stein, unterschiedlichen Metallen oder anderen unbelebten Materialien, und alle sind sie tot. Damit spiegeln sie auch die Natur der Götter und Wesen, die sie darstellen, richtig wider: Sie sind tot, nicht wirklich existent, von Menschen erfundene Geschöpfe und allesamt nicht lebendig, sondern nur unbelebte Statuen und Bildnisse, die nichts von sich aus tun können.

Aber der Gott der Bibel ist anders, Jesus ist anders, er lebt. Er ist der lebendige Gott.

„Der Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde ist, wohnt nicht in Tempeln, die von Händen gemacht sind; er lässt sich auch nicht von Menschenhänden bedienen, als ob er etwas benötigen würde, da er doch selbst allen Leben und Odem und alles gibt. Und er hat aus einem Blut jedes Volk der Menschheit gemacht, dass sie auf dem ganzen Erdboden wohnen sollen, und hat im Voraus verordnete Zeiten und die Grenzen ihres Wohnens bestimmt, damit sie den Herrn suchen sollten, ob sie ihn wohl umhertastend wahrnehmen und finden möchten; und doch ist er ja jedem Einzelnen von uns nicht ferne; […] Da wir nun von göttlichem Geschlecht sind, dürfen wir nicht meinen, die Gottheit sei dem Gold oder Silber oder Stein gleich, einem Gebilde menschlicher Kunst und Erfindung. Nun hat zwar Gott über die Zeiten der Unwissenheit hinweggesehen, jetzt aber gebietet er allen Menschen überall, Buße zu tun, weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat und den er für alle beglaubigte, indem er ihn aus den Toten auferweckt hat.“ Apg 17:24-27, 29-31 SCH2000

„Nicht uns, o HERR, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre, um deiner Gnade und Treue willen! Warum sollen die Heiden sagen: »Wo ist denn ihr Gott?« Aber unser Gott ist im Himmel; er tut alles, was ihm wohlgefällt. Ihre Götzen sind Silber und Gold, von Menschenhänden gemacht. Sie haben einen Mund und reden nicht, sie haben Augen und sehen nicht; Ohren haben sie und hören nicht, eine Nase haben sie und riechen nicht; Hände haben sie und greifen nicht, Füße haben sie und gehen nicht; mit ihrer Kehle geben sie keinen Laut.“ Psalm 115:1-7 SCH2000

„Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes!“ Matthäus 16:16 SCH2000

Da Gott lebendig ist, wäre ein totes Abbild von ihm nicht den Tatsachen entsprechend, da es einen seiner entscheidendsten Wesenszüge, nämlich seine Lebendigkeit, nicht widerspiegeln würde. Abgesehen davon, dass auch sonst ein von Menschen gemachtes Bildnis niemals Gottes wahrer Natur gerecht werden könnte, da wir Menschen Gottes Wesen niemals so weit begreifen und erfassen können, dass wir ein Ebenbild machen könnten, dass dieses auch nur annähernd darstellen würde. Ein totes Abbild von dem lebendigen Gott zu schaffen, erscheint geradezu gotteslästerlich.

Und schließlich kommt ein weiterer Aspekt hinzu, den wir bis jetzt noch gar nicht beachtet haben: Gott hat schon längst selbst lebendige Abbilder von sich erschaffen.

„Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich; die sollen herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde, auch über alles Gewürm, das auf der Erde kriecht! Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.“ 1.Mose 2:26-27 SCH2000

Das heißt, ursprünglich waren wir Ebenbilder Gottes. Das heißt nicht, dass die ersten Menschen Gott in Macht, Größe oder Herrlichkeit gleichkamen, sondern sie waren ein Abbild seines Wesens. Ebenso waren sie anfangs frei von allem Bösen, so wie Gott es ist und sollten sein Wesen reflektieren. Aber sie wandten sich von Gott ab, brachen das einzige Gebot, das Gott ihnen gegeben hatte und fielen in Sünde. Aber wie wir schon in einem anderen Text ausführlicher erklärt haben, hat Gott seinen Sohn Jesus Christus für alle Menschen sterben und auferstehen lassen, um sie aus der Sünde zu erretten, wenn sie erkennen, dass sie diese Errettung brauchen und bereit sind, sie anzunehmen und sich von ihrem falschen Weg abzuwenden.

Als errettete Nachfolger Jesu Christi ist es nun eine unserer Aufgaben, anstatt tote Gottesbilder anzufertigen, unserer ursprünglichen Berufung nachzukommen und selbst als lebendige Abbilder Gottes zu leben, indem wir nicht nur wie er eine Persönlichkeit, einen freien Willen und Gefühle haben, sondern auch in der Art wie wir handeln und leben, Gottes Wesen widerspiegeln. Das heißt, wir folgen dem Beispiel Jesu, der selbst der Mensch gewordene allmächtige Gott war, und versuchen mit seiner Hilfe liebevoll, geduldig, dankbar, rechtschaffend, vergebend, gnädig, barmherzig, sanftmütig, selbstbeherrscht und friedlich zu leben.

„welcher das Bild des unsichtbaren Gottes ist, der Erstgeborene aller Schöpfung.“ Kolosser 1:15 ELB

„dieser ist die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Ausdruck seines Wesens und trägt alle Dinge durch das Wort seiner Kraft; er hat sich, nachdem er die Reinigung von unseren Sünden durch sich selbst vollbracht hat, zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt.“ Hebräer 1:3 SCH2000

„So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe auf den Tod, auf daß, gleichwie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, also auch wir in Neuheit des Lebens wandeln.“ Römer 6:4 ELB

Zwar versagen wir dabei auch immer wieder, da in unserem Körper, anders als in unserem Geist und in unserem wahren Selbst, immer noch die Sünde herrscht, aber der Herr lässt uns stetig weiter zu Christus hinwachsen, sodass wir ihm immer besser dienen und immer mehr ein wirkliches Abbild seines Wesens sein können.

„sondern, wahrhaftig in der Liebe, heranwachsen in allen Stücken zu ihm hin, der das Haupt ist, der Christus.“ Epheser 4:15 ELB

Gott will also kein von Menschen gemachtes und totes Bildnis von sich, weil er, anders als die Götter, Wesen und Götzen, von denen Abbilder gemacht werden, lebendig und nicht tot ist, und weil er schon selbst lebendige Ebenbilder von sich gemacht hat, damit sie, also wir Christen, sein wunderbares Wesen widerspiegeln und für alle offenbar werden lassen.

Quellen:

– Die Bibel