Was ist eigentlich Sünde? Diese Frage ist einfach beantwortet, oder? Sünde ist alles Schlechte was ich tue und immer, wenn ich was Schlechtes tue, bin ich ein Sünder. Dass diese Antwort nicht ganz richtig ist, darum geht es in diesem Text. Was also ist Sünde? Und wann und warum bin ich ein Sünder?

Zuerst einmal, was ist Sünde? „Sünde“ ist die verwendete Übersetzung des altgriechischen Wortes „ἁμαρτία“ (bzw. „hamartia“), welches „vom rechten Kurs abkommen“ bedeutet. Sünde ist also das Abkommen vom rechten Kurs. Mit dem rechten Kurs ist in der Bibel eindeutig das Leben in einer Beziehung zu Gott gemeint.

„Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft.“ Markus 12;30 LUT

Sünde meint also alles was die Beziehung zu Gott beeinträchtigt, bzw. ist die Trennung von Gott. Dementsprechend sind Lügen, Diebstähle etc. alles Sünden. Und wenn man Gott nicht liebt, lügt, stiehlt, irgendetwas Böses tut, sündigt man. Die Trennung von Gott hat zwangsläufig das gerechte Gericht Gottes zur Folge.

„Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden ja alle vor dem Richterstuhl des Christus erscheinen;“ Römer 14;10 SCH2000

Nun müssen doch auch alle, die sündigen, also alle Menschen, Sünder sein? Das ist nur teilweise richtig: Ein Sünder ist jemand, der von Gott getrennt ist und nicht in einer Beziehung zu ihm lebt. Alle Menschen sind erst einmal Sünder, da sie von ihrer Geburt an durch den Sündenfall Adams von Gott getrennt sind.

„Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie vor Gott haben sollen, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.“ Römer 3;23-24 LUT

Zu sündigen bestimmt in keiner Weise ob jemand ein Sünder ist. Jeder, der nicht in einer Beziehung zu Gott lebt, ist von Gott getrennt. Diese Trennung kommt zu Stande, da alle Menschen von Geburt an durch den Sündenfall Adams Sünder sind. Jedoch kann man auch sündigen und nicht von Gott getrennt sein. Sobald jemand Christ wird, bzw. eine Beziehung mit Gott/Jesus eingeht, ihn als Retter und Herrn akzeptiert und ihn in sein Leben einlädt, vergibt Gott ihm seine Sünden. Diese Person ist nun nicht mehr getrennt von Gott und dementsprechend auch kein Sünder mehr. Trotzdem sündigen Christen. Nur dass diese Sünden, im Unterschied zu Nichtchristen, vergeben sind. Diese sind vergeben, weil Christus am Kreuz stellvertretend für uns die gerechte Strafe schon getragen hat. Also ist man kein Sünder, weil man etwas Falsches tut. Man ist ein Sünder, wenn man von Gott getrennt ist.
Gott liebt jeden Menschen und möchte eine Beziehung zu jedem Menschen haben.

„Gott aber erweist seine Liebe gegen uns darin, daß Christus, da wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist.“ Römer 5;8 ELB

„Denn dieses ist gut und angenehm vor unserem Heilandgott, welcher will, daß alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ 1. Timotheus 2;3-4 ELB

Nur Gott kann von der Sünde befreien und diese endgültig vergeben. Man muss Gott nur ernst gemeint um Vergebung bitten, ihn in sein Herz einladen und ihn als Retter und Herrn akzeptieren. Dann geht man eine Beziehung mit ihm ein. Gottes Vergebung ist ein Geschenk, welches einfach und ohne weitere Bedingungen akzeptiert werden muss.

Natürlich heißt das nicht, dass man als Christ nach Belieben sündigen sollte. Gerade weil man Christ ist, sollte die Beziehung zu Gott das Wichtigste im Leben sein, da diese das Beste für uns ist und das einzige was wirklich Erfüllung bringt. Und da Sünde die Beziehung zu Gott/Jesus stört, sollte man als wiedergeborener Christ sein Bestes geben, um Sünde zu vermeiden, aber auch auf Gottes Hilfe in dieser Sache vertrauen.

„Daher, wenn jemand in Christo ist, da ist eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, alles ist neu geworden.“ 2. Korinther 5;17 ELB

„als Freie, und die nicht die Freiheit zum Deckmantel der Bosheit haben, sondern als Knechte Gottes.“ 1. Petrus 2;16 ELB

Quellen:

– Die Bibel