AT = Altes Testament; NT = Neues Testament

Jesus wurde einmal von einem Schriftgelehrten gefragt, was das höchste Gebot im Gesetz des Moses sei. Er antwortete: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand“ (Mt. 22,37 EBÜ). „Mit deinem ganzen Verstand“: Gott will also, dass wir unser Denkvermögen gebrauchen, um Wissen zu erlangen und Wahrheiten zu erkennen. Es stellt sich die Frage, inwieweit das für die Bibel gilt. Muss man ihr blindlings vertrauen oder gibt es für jedermann ersichtliche Kriterien, die ihre Glaubwürdigkeit begründen? Wir wollen dieser Frage in drei Schritten nachgehen: Zunächst befassen wir uns mit der Einzigartigkeit der Bibel, danach mit der Verlässlichkeit ihrer Texte und zuletzt mit Beispielen archäologischer Bestätigung.

Die Einzigartigkeit der Bibel

M. Monterio-Williams (zitiert von Josh McDowell), ehemaliger Professor für Sanskrit (Sanskrit bezeichnet die verschiedenen Varietäten des Alt-Indischen), verbrachte 42 Jahre mit dem Studium orientalischer Schriften. Er sagt: „Stapeln Sie diese Bücher, wenn Sie wollen, auf der linken Seite Ihres Schreibtisches; aber legen Sie Ihre Bibel auf die rechte Seite – ganz für sich und mit weitem Abstand. Denn … es ist eine Kluft zwischen ihr und den sogenannten heiligen Büchern des Ostens … ein wahrer Abgrund, den keine Religionswissenschaft überbrücken kann.“ (J. McDowell, Die Bibel im Test, Neuhausen-Stuttgart, 1992, S.43.)

Was macht die Bibel so einzigartig? Im Folgenden nennen wir einige Merkmale, die sie von allen anderen Büchern der Welt abhebt:

Sie ist einzigartig in ihrer Kontinuität

Die Bibel besteht aus 66 Büchern, die von etwa 40 verschiedenen Autoren geschrieben wurden. Diese Menschen lebten unter ganz unterschiedlichen Umständen, sowohl ihre gesellschaftliche Position als auch das jeweilige Bildungsniveau betreffend (David z.B. war ein König; Amos ein Viehhirte, Daniel ein Premierminister, Petrus ein Fischer, Paulus ein Gelehrter). Sie verfassten ihre Schriften teilweise in sehr ungewohnter und völlig unterschiedlicher Umgebung (z.B. in Wüsten und Palästen, im Gefängnis, im Exil), über drei Kontinente verteilt (Asien, Afrika und Europa) und in drei Sprachen (Hebräisch, Aramäisch und Griechisch). Die Autoren der Bibel schrieben unabhängig voneinander über einen Zeitraum von mehr als 1.400 Jahren hinweg. Sie befassten sich mit Hunderten verschiedener Themen. Und doch zieht sich trotz dieser gewaltigen Unterschiede vom ersten bis zum letzten Buch der Bibel ein klarer roter Faden. Es geht immer wieder um die gleiche Grundbotschaft: Gottes Erlösung der Menschheit. Die Bibel entfaltet den Erlösungsplan Gottes, der in Jesus Christus gipfelt. Das AT ist die Vorbereitung auf das Kommen des Christus (1.Mose 49,10; Jes. 52,13-53,12; Lk. 24,25-27; Joh. 5,39); die Evangelien geben Christus zu erkennen (Joh. 1,14); die Apostelgeschichte befasst sich mit der Verbreitung der Botschaft der Erlösung durch Christus (Apg. 4,12); die darauffolgenden Briefe zeigen, wie sich der christliche Glaube im Alltagsleben auswirkt (Kol. 1,28). Das letzte Buch der Bibel, die Offenbarung, enthüllt in besonderer Weise (Offb. 1,1) Gottes vollendeten Erlösungsplan (Offb. 22,7; 16,20).

Sollte das alles zufällig in einem Buch vereint worden sein?

Verbreitung

Die Bibel wurde von mehr Menschen gelesen und in mehr Sprachen übersetzt als jedes andere Buch der Welt. Es wurden von ihr mehr Exemplare und einzelne Teile gedruckt als von jedem anderen Buch in der Geschichte.

Fortbestand

Für die Bibel existiert eine riesige Anzahl von Manuskripten – weit mehr als für jedes andere Werk des Altertums. Sie hat wie kein zweites Buch Verfolgung (Verbot, Verbrennung, für ungesetzlich erklärt) und Kritik überlebt.

Einfluss

Kein anderes Buch übte und übt so viel Einfluss aus auf die Literatur und Kultur von Menschen und sogar ganzen Nationen. Das alles beweist keineswegs, dass die Bibel wahr ist. Aber es beweist, dass sie einzigartig ist und ohne ihresgleichen dasteht.

Quellen:

– Die Bibel
– J. McDowell, Die Bibel im Test