AT = Altes Testament; NT = Neues Testament

Die Verlässlichkeit der Bibeltexte

Historiker benutzen drei grundlegende Kriterien, um die Zuverlässigkeit historischer Dokumente zu überprüfen: den bibliographischen Test, die interne Zuverlässigkeitsprüfung und die externe Zuverlässigkeitsprüfung. Im Folgenden wollen wir diese drei Kriterien auf die Texte der Bibel anwenden.

Der bibliographische Test

Wenn das Original-Dokument nicht mehr vorhanden ist, versucht dieses Verfahren festzustellen, wie zuverlässig die vorhandenen Abschriften sind und zwar hinsichtlich der Anzahl der Manuskripte und des zeitlichen Abstands zum Original.

Bevor wir uns den Texten der Bibel zuwenden, führen wir einige Beispiele antiker Texte an, um den Vorgang zu verdeutlichen (Quellen: J. McDowell, Die Bibel im Test, Neuhausen-Stuttgart, 1992, S. 83ff und J. McDowell, Evidence That Demands a Verdict, rev. Ausgabe, Here’s Life Publishers, San Bernardino, Kalifornien 1979, S. 42):

– Die Geschichte des Thucydides wurde zwischen 460 und 400 vor Christus geschrieben. Die älteste Kopie ist von 900 nach Christus. Die Zeitspanne zwischen dem Original und der ersten Abschrift beträgt mehr als 1.300 Jahre. Insgesamt gibt es acht Kopien.

– Die Geschichte des Herodot wurde zwischen 480 und 425 vor Christus geschrieben. Die älteste Kopie ist von 900 nach Christus. Die Zeitspanne zwischen dem Original und der ältesten Kopie beträgt mehr als 1.300 Jahre. Es existieren insgesamt acht Kopien.

– Platos Tetralogien wurden zwischen 427 and 347 vor Christus geschrieben. Die erste Abschrift ist von 900 nach Christus. Die Zeitspanne zwischen dem Original und der ältesten Kopie beträgt 1.200 Jahre und es existieren sieben Kopien des Dokuments.

– Tacitus’ Annalen wurden 100 nach Christus geschrieben. Älteste Kopie: 1.100 nach Christus, Zeitspanne: 1.000 Jahre, Kopien: ca. 20.

– Homers Ilias wurde 900 vor Christus geschrieben, älteste Kopie: 400 vor Christus, Zeitspanne: 500 Jahre, Kopien: 643. Von allen Werken der griechischen und lateinischen Literatur des Altertums sind bei der Ilias Sage die meisten sie bestätigenden Manuskripte vorhanden.

Die Texte des NT

Anzahl der Manuskripte:

Im Gegensatz zu allen anderen Werken der Antike erfreut sich das Neue Testament einer riesigen Fülle von Manuskripten. Es gibt über 5.000 noch vorhandene griechische Handschriften, die entweder einen Teil oder das gesamte NT enthalten. Daneben existieren mehr als 8.000 Abschriften der lateinischen Vulgata (Übersetzung aus dem Griechischen zwischen 382 und 405 nach Christus). Weiterhin gibt es 350 syrische Abschriften (Aramäisch) des NT (geschrieben zwischen 150 und 250 nach Christus, die Kopien sind aus dem fünften Jahrhundert). Bedeutsam sind gleichfalls die Zitate aus dem NT, die sich in den Schriften der Kirchenväter finden. Im Grunde genommen könnte das gesamte NT nur anhand der 32.000 Zitate in den Schriften der Kirchenväter vor dem Konzil von Nicäa (325 nach Christus) wiedergegeben werden.

Zeitlicher Abstand zum Original:

Bezüglich der Abstände zwischen der Entstehung der Urschrift und ihren Kopien nimmt das NT eine absolute Sonderstellung unter den Schriften der Antike ein. Einst meinten viele Bibelkritiker, das NT wäre erst gegen Ende des zweiten Jahrhunderts geschrieben worden. Aber in Ägypten wurde ein kleines Fragment des Johannesevangeliums („John-Ryland-Manuskript“, im Besitz der John-Ryland-Bibliothek in Manchester) gefunden und auf 120-130 nach Christus datiert. Wegen seines frühen Datums und seines Fundorts, der in einiger Entfernung von der überlieferten Stätte der Abfassung (Kleinasien) liegt, bestätigt es das traditionell angenommene Abfassungsdatum des Johannesevangeliums (Ende des 1. Jhd. nach Christus). Weitere, sehr alte Manuskripte sind:

Die „Chester-Beatty-Papyri“ (200 nach Christus). Drei dieser Papyri geben größere Teile des NT wieder.

Der „Bodmer-II-Papyrus“ (150-200 nach Christus) enthält den größten Teil des Johannesevangeliums.

Der „Codex Sinaiticus“ (350 nach Christus) enthält fast das ganze NT (es fehlen Mk. 16,9-20 und Joh. 7,53-8,11) sowie mehr als die Hälfte des AT. Er kann im Britischen Museum bestaunt werden.

Der „Codex Vaticanus“ (325-350 nach Christus) enthält fast die gesamte Bibel. Er befindet sich in der Bibliothek des Vatikans.

Diese Zeitspannen sind, verglichen mit anderen Werken der Antike, höchst unerheblich. (Quelle: J. McDowell, S. 85ff.)

Gibt es aber nicht unzählige Lesarten?

Die Manuskripte weichen sehr wenig voneinander ab und wo sie es tun, ist es meistens kaum bedeutsam. Wenn wir die Schwierigkeiten des Buchstabierens und die Unterschiede in der Wortreihenfolge abziehen, sind es im NT weniger als 40 Stellen, wo nicht sicher ist, welche Version die ursprüngliche ist. Keine dieser Stellen ist jedoch für eine zentrale Lehre des Glaubens von Bedeutung.

Im Lichte dieser Tatsachen wird deutlich, dass das NT eine unvergleichlich größere Glaubwürdigkeit besitzt als jedes andere Werk der Antike. Im Allgemeinen haben Historiker kein Problem damit, den vorhandenen Text der verschiedenen antiken Schriften als glaubwürdig zu akzeptieren. Dadurch, dass wir zur Überprüfung der historischen Verlässlichkeit der Bibel die gleiche Messlatte anlegen wie für andere antike Schriften, sind wir mehr als berechtigt anzunehmen, dass der Text des NT genau dem entspricht was auch ursprünglich geschrieben wurde.

Wir schließen unsere Betrachtungen zum Text des NTs mit einem Zitat von John Warwick Montgomery (zitiert von J. McDowell): „…dem resultierenden Text des NTs skeptisch gegenüberzustehen hieße, die gesamte klassische Antike in dunkle Vergessenheit geraten zu lassen; denn keine Dokumente des Altertums sind bibliographisch so gut belegt wie das Neue Testament.“ (Quelle: J. McDowell, S. 82)

Die Texte des AT

Beim Alten Testament findet sich keine so große Anzahl an Manuskripten, die zeitlich nahe an den Originalen liegen wie beim NT. Bis zur Entdeckung der Qumran-Rollen stammte das älteste hebräische Manuskript von ca. 900 nach Christus. Dies ergab eine Zeitlücke von 1.300 Jahren. Somit scheint das AT auf den ersten Blick nicht zuverlässiger belegt zu sein als andere Literatur des Altertums. Aber selbst wenn wir die Schriftrollen vom Toten Meer zunächst außer Betracht lassen, die von den Gelehrten in die Zeit vor Christus datiert werden, garantiert uns die überaus große Sorgfalt, mit der die Juden über die Jahrhunderte ihre Schriften (das AT)
vervielfältigten, ihre exakte Überlieferung.

Schon zu Zeiten Esras (fünftes Jahrhundert vor Christus) gab es eine professionelle Gruppe von „Schriftgelehrten“, die sich um die Bewahrung und Auslegung der Schriften sorgte (siehe Esra 7,6 und Nehemia 8). Später bildeten sich mehrere Gruppen, die sich der genauen Überlieferung der Schriften widmeten und eine fast abergläubische Ehrfurcht vor den Schriften hatten. Zum Beispiel gab es die Talmudisten (100 bis 500 nach Christus), die sich selbst die folgenden strengen Regeln für das Kopieren von Synagogen-Schriftrollen auferlegten (Quelle: J. McDowell, S. 96ff.): „1.) Eine Synagogenrolle muss auf Häuten reiner Tiere angefertigt sein, die 2.) eigens für den Synagogengebrauch von einem Juden vorbereitet worden sind. 3.) Diese Häute müssen mit Sehnen von reinen Tieren zusammengeheftet werden. 4.) Jede Haut (Schriftrolle) muss eine bestimmte Anzahl von Spalten aufweisen, die durch den gesamten Codex gleichbleibt. 5.) Die Länge einer Spalte darf 48 Zeilen nicht unterschreiten oder 60 Zeilen überschreiten; und die Breite muss 30 Buchstaben entsprechen. 6.) Die ganze Abschrift muss erst liniert werden; und wenn drei Wörter ohne Linie geschrieben werden, ist sie wertlos. 7.) Die Tinte soll schwarz sein und nach einer bestimmten Rezeptur hergestellt werden. 8.) Die Vorlage muss eine authentische Kopie sein, von der der Abschreiber nicht im Geringsten abweichen darf. 9.) Kein Wort oder Buchstabe, nicht einmal ein Jota (zehnte Buchstabe im Hebräischen Alphabet) darf aus dem Gedächtnis geschrieben werden, also ohne dass der Schreiber den vor ihm liegenden Codex betrachtet hat. 10.) Zwischen allen Konsonanten muss eine Haares- oder Fadenbreite Platz gelassen werden; 11.) zwischen allen neuen Parascha oder Abschnitten eine Breite von neun Konsonanten; 12.) zwischen den einzelnen Büchern drei Zeilen. 13.) Das fünfte Buch Mose muss genau mit einer Zeile abschließen; aber die restlichen Bücher (des Pentateuch) brauchen das nicht. 14.) Außerdem muss der Kopist in voller jüdischer Tracht sein und 15.) seinen ganzen Leib gewaschen haben. 16.) Er darf den Namen Gottes nicht mit einem gerade in Tinte getauchten Schreibgerät anfangen, und sollte ihn 17.) ein König anreden, während er diesen Namen schreibt, so darf er ihn nicht beachten.“ Wurden diese Vorschriften nicht befolgt, wurde die Abschrift in der Erde vergraben, verbrannt oder bestenfalls noch als Lesefibel in einer Schule verwendet.

Eine weitere Gruppe, die sich der genauen Überlieferung der Schriften gewidmet hatte, waren die Masoreten (500-900 nach Christus). Sie waren sehr diszipliniert und behandelten den Text „mit der größtmöglichen Ehrfurcht und ersannen ein kompliziertes System der Absicherung gegen Fehler der Schriftgelehrten. So zählten sie z. B., wie oft jeder Buchstabe des Alphabets in jedem Buch vorkommt; sie wiesen den mittleren Buchstaben des Pentateuchs und den mittleren Buchstaben der ganzen hebräischen Bibel nach und stellten sogar noch detailliertere Berechnungen auf … und sie erfanden eine Mnemo-Technik, durch die man die verschiedenen Summen leicht im Gedächtnis behalten konnte“ (F. F. Bruce; zitiert von J. McDowell, a. a. O., S. 99).

Diese extreme Sorgfalt, mit der die Urschriften kopiert wurden, gibt uns auch für das AT das Vertrauen, dass der Text, der uns heute vorliegt, eine genaue Abschrift des Originaldokuments ist. Fragt man sich, warum es im Vergleich zum NT nur recht junge Manuskripte vom AT gibt (ausgenommen die Qumran-Texte), ist anzumerken, dass bei den Juden abgenutzte Schriften als minderwertig galten und vernichtet wurden.

Was sind die „Qumran-Rollen“?

Die Schriftrollen, die in Höhlen am Westufer des Toten Meeres 1947 entdeckt wurden, bestehen aus über 40 000 beschriebenen Fragmenten mit der Durchschnittsgröße einer Zwei-Euro-Münze. Aus diesen Fragmenten hat man zahlreiche biblische und außerbiblische Bücher (ca. 600) rekonstruiert, die Einblick geben in das Leben der religiösen Gemeinschaft von Qumran. Es handelt sich um den größten Handschriftenfund der Neuzeit, an dessen Echtheit es glücklicherweise nicht den leisesten Zweifel gibt. Die darin enthaltenen biblischen Manuskripte datieren zwischen 200 vor und 68 nach Christus. Den größten Wert für die Textkritik besitzt zweifellos die große Jesaja-Rolle. Sie ist eine vollständige Handschrift des hebräischen Textes von Jesaja (7,30 m lang und 26 cm breit). Man datiert sie um 125 vor Christus, womit sie über 1.000 Jahre älter ist als der masoretische Text von Jesaja (916 nach Christus). Inwieweit stimmen diese überein? Hören wir dazu Geisler und Nix (zitiert von J. McDowell, a. a. O., S. 104): „Von den 166 Wörtern in Jesaja 53 sind nur 17 Buchstaben fraglich. Zehn dieser Buchstaben betreffen lediglich die Rechtschreibung, ohne Einfluss auf die Bedeutung. Vier weitere Buchstaben sind geringfügige stilistische Veränderungen, z. B. Konjunktionen. Die restlichen drei Buchstaben ergeben das Wort ‚Licht’, welches in Vers 11 hinzugefügt wird, aber die Bedeutung nicht sehr beeinflusst. Weiterhin wird dieses Wort durch die LXX (Septuaginta) und durch IQ Is (andere, unvollständige Jesaja-Rolle aus Qumranhöhle I) bestätigt. Somit gibt es in einem Kapitel von 166 Wörtern nur ein Wort (drei Buchstaben), das nach eintausend Jahren der Überlieferung in Frage steht – und dieses Wort ändert die Bedeutung der Schriftstelle nicht sonderlich.“

Die Silberrollen vom Hinnom-Tal

Seit 1979 ist ein Bibelbeleg bekannt, der sogar noch ca. 400 Jahre älter ist als die ältesten Bibeltexte aus Qumran. Bei Grabungen außerhalb der südwestlichen Mauer der Jerusalemer Altstadt entdeckte ein Archäologe zwei kleine Schriftrollen aus Silber. Es dauerte allein drei Jahre, um die zerbrechlichen Silberrollen zu öffnen. Dann offenbarten sie eine uralte hebräische Handschrift, die sich als der sogenannte Priestersegen aus 4. Mose 6,24-26 herausstellte. Die Rollen stammen aus dem siebten Jahrhundert vor Christus und sind somit der älteste Beleg für Worte der Heiligen Schrift.

Die interne Zuverlässigkeitsprüfung

Diese zweite Testmethode versucht zu ermitteln, in welchem Ausmaß das vorliegende Dokument an sich glaubwürdig ist. Das heißt mit anderen Worten: Können wir dem Inhalt des Textes glauben? Handelt es sich dabei tatsächlich um wahre geschichtliche Ereignisse, die von Augenzeugen niedergeschrieben wurden? Diese Methode setzt voraus, dass man bei der Beurteilung eines Dokuments vorurteilsfrei ans Werk geht und keine Fälschung oder Irrtümer unterstellt, solange der Verfasser sich nicht durch Widersprüche oder offensichtliche Irrtümer disqualifiziert. Literaturkritiker halten sich dabei immer noch an den Ausspruch des Aristoteles: „Vorhandene Zweifel sind zugunsten der Dokumente auszulegen und dürfen nicht vom Kritiker für sich beansprucht werden“ (J. W. Montgomery, zitiert von J. McDowell, a. a. O., S. 108). Auf die Bibel gemünzt bedeutet es, dass eine schwierige Bibelstelle noch lange kein Widerspruch ist.

Die obige Methode befasst sich mit der Schlüsselfrage, ob der Verfasser des Dokuments überhaupt in der Lage war, die Wahrheit sagen zu können. Hier geht es also vor allem um die Nähe des Schreibers zu den dargestellten Ereignissen. War der Autor sowohl geographisch als auch chronologisch nah genug dran, um eine den Tatsachen entsprechende Berichterstattung zu gewährleisten? Im Falle des NTs gilt das für die Schreiber in jedem Fall. Die Schriften des NTs wurden von Menschen verfasst, die entweder Zeitgenossen Jesu waren und als direkte Augenzeugen schrieben, oder die das niederschrieben, was ihnen Augenzeugen erzählten (vgl. Lk. 1,1-3; 2.Petr. 1,16; 1.Joh. 1,3; Joh. 19,35; Lk. 3,1).

Was aber ist mit Zeugen, die bewusst oder unbewusst die Wahrheit verdrehen? Das ist sicherlich ein in der Geschichtsschreibung häufig auftretendes Problem. Dennoch kann man die Autoren des Neuen Testaments dessen nicht beschuldigen. Zuerst einmal waren ihre Schriften zu Lebzeiten Vieler, die Jesu Wirken miterlebt hatten, schon im Umlauf. Solche Zeitzeugen waren imstande, das Geschriebene der Autoren als wahr zu bestätigen oder als unrichtig abzulehnen. Angesichts dieser Tatsache ist es bedeutsam, dass sich die Autoren immer wieder zuversichtlich auf ihre Kenntnis von Jesus Christus berufen (z.B. Apg. 2,22; 26,24-28). Gleichfalls hätten die Christus gegenüber feindselig eingestellten Augenzeugen dieser Zeit die neutestamentlichen Autoren daran gehindert, Lügen oder Ungenauigkeiten in ihren Schriften zu verbreiten.

Darüber hinaus beschreiben die Autoren des NTs viele Vorfälle, die sie, wenn es nicht um die Darstellung von Tatsachen und der Wahrheit gegangen wäre, verheimlicht hätten (z.B. der Wettstreit unter den Jüngern um die ersten Plätze im Reich Gottes; die Flucht der Jünger nach der Gefangennahme Jesu; die Verleugnung Jesu durch Petrus).

Die externe Zuverlässigkeitsprüfung

Diese Methode befasst sich mit der Frage, inwieweit andere historische, außerbiblische Quellen den Inhalt des betreffenden Dokuments bestätigen oder anfechten. Was das NT betrifft, können wir die historischen Quellen in zwei Kategorien einteilen:

Aussagen außerbiblischer, christlicher Quellen 

Eusebius
(Eusebius a/191 f; zitiert von J. McDowell, a. a. O., S. 112) bewahrte Schriften Papias‘, des Bischofs von Hierapolis (130 nach Christus) auf, die Papias von dem Apostel Johannes erhalten hatte. In diesen schreibt er u. a. über den Evangelisten Markus: „Markus hat die Worte und Taten des Herrn, an die er sich als Dolmetscher des Petrus erinnerte, genau, allerdings nicht der Reihe nach, aufgeschrieben.“

Irenäus
Bischof von Lyon, ein Schüler Polykarps, des Bischofs von Smyrna, der wiederum ein Jünger des Apostel Johannes gewesen war, schrieb: „Denn es versteht sich, dass es weder mehr noch weniger als diese Evangelien geben kann. Da es nämlich in der Welt, in der wir uns befinden, vier Gegenden und vier Hauptwindrichtungen gibt und die Kirche über die ganze Erde ausgesät ist, das Evangelium aber die Säule und Grundfeste der Kirche und ihr Lebenshauch ist, so muss sie naturgemäß auch vier Säulen haben, die von allen Seiten Unsterblichkeit aushauchen und die Menschen wiederbeleben.“ (Gegen die Häresien III.49; zitiert von J. McDowell, a. a. O., S. 113).

Ignatius,
(70-110 nach Christus) war Bischof von Antiochien und starb um seines Glaubens an Christus willen den Märtyrertod. Er sagte selbst: „Ich würde lieber für Christus sterben, als die ganze Welt regieren ….“ (E. Moyer; zitiert von J. McDowell, a. a. O., S. 113).

Aussagen anderer außerbiblischer
Quellen

Nachfolgend finden sich einige der bekannteren Beispiele außerbiblischer Aussagen, die, während sie das NT nicht direkt bestätigen, doch seine Glaubwürdigkeit unterstützen.

Der Talmud enthält einige feindliche, aber historisch wertvolle Aussagen über das Leben Jesu Christi. Nämlich, dass seine Nachfolger glaubten, dass er von einer Jungfrau geboren wurde und Wunder tat. Außerdem berichtet der Talmud, dass Jesus wegen Ketzerei hingerichtet wurde.

Der jüdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus (37-95 nach Christus) beschreibt viele Details bzgl. der Herrscher, die im NT erwähnt werden (z. B. Herodes und dessen Anordnung zur Tötung von Johannes dem Täufer), und er berichtet auch über die Kreuzigung sowie die Auferstehung von Jesus.

Der Römer Thallus (schrieb die betreffenden Ereignisse ca. 52 nach Christus auf) berichtet von einer Sonnenfinsternis zur Zeit der Kreuzigung Jesu.

Tacitus,
der römische Geschichtsschreiber (55-166 nach Christus), berichtet vom großen Brand in Rom, für den Nero die Christen beschuldigte, und erwähnt den Tod Christi unter Pilatus.

Sueton,
der römische Schriftsteller (70-130 nach Christus), erwähnt sowohl Christus als auch die Christen an sich.

Lucian von Samosata,
der griechische Satiriker, schrieb ca. 170 nach Christus von den Urchristen und ihrem „Gesetzgeber“.

Quellen:

– Die Bibel
– J. McDowell, Die Bibel im Test